von Thomas Dallüge

Ein Vergleich aktueller systemischer Weiterbildungen für erfahrene Beratende und Führungskräfte mit Start in 2017

von Thomas Dallüge

1.     Einführung

Der Tisch ist wieder reich gedeckt und es gibt zahlreiche Weiterbildungen für erfahrene Beraterinnen und Berater, die eine Vertiefung in systemtheoretischer Denk- und Arbeitsweise für sich in Betracht ziehen. Bei den beschriebenen Programmen geht es nicht um erste basale Ausbildungen für Einsteiger. Zielgruppe sind Beratende mit Berufserfahrung, aktueller Beratungstätigkeit und theoretischen Grundgedanken für ihr professionelles Tun, die Interesse an weitergehender Professionalisierung und Entwicklung haben.

Gerade die Systemtheorie bietet das Potenzial, komplexere Fragestellungen in Organisation verstehbar aufzubereiten und für Führung bzw. im Zusammenspiel mit Beratung bearbeitbar zu gestalten. Gleichzeitig fordert die Systemtheorie auch heraus, da sie mit konstruktivistischen Grundannahmen und mit sozialen Systemen agiert, die nicht Personen beinhalten sondern mit diesen strukturell gekoppelt sind.

Die Weiterbildungen stehen vor der Aufgabe, an den Erfahrungswelten der Teilnehmenden anzuknüpfen, in eine neue Erkenntniswelt einzuführen und dies in den beraterischen Alltag zu transferieren.

Anbei noch einige Anregungen zur Bewertung der Angebote:

  • Inhalte und Köpfe – wichtig ist, dass die angebotenen Inhalte auf die konkreten Fragestellungen der Praxis passen und! dass die zentralen Personen mit genug Zeit und Einlassung zur Verfügung stehen (detailliert nachfragen!).
  • Auswahl Teilnehmerkreis – eine wichtige Ressource für die eigene Weiterentwicklung ist die Peergroup, mit der die WB gemeinsam absolviert wird. Eine Balance aus Ähnlichkeit und Unterschied ist hilfreich (nachfragen – wie funktioniert die Auswahl, wie groß ist der TN-Kreis?).
  • Bandbreite und Zukunft – Einbindung von Dozenten, Trainern, Experten, die nicht aus dem eigenen Unternehmen kommen bzw. ein anderes Beratermodel verkörpern unterstützen die eigene Positionierung – gemeinsames Arbeiten an Beratung in der Zukunft sorgt für Nachhaltigkeit.
  • Netzwerke und Anbindung – aktive Peergroups und Alumni-Netzwerke stellen über die WB hinaus Ressource und Mehrwert dar. Manche WB ermöglichen eine Anbindung an das anbietende Beratungsunternehmen.
  • Umfang und Teilnehmerzahl – Kurze Programme mit größeren Gruppen eignen sich eher für eine Aneignung einer Methode. Die Aneignung und Vertiefung eines systemtheoretischen Ansatz/Paradigmas braucht eher mehr Zeit und einen kleineren Personenkreis für vertrauensvolles Arbeiten.

2.    Übersicht über die Anbieter

In diesem Jahr sind alle Urgesteine der systemischen Beratung mit weiterführenden Qualifizierungen für Beraterinnen und Berater am Markt. Alle Institute bieten diese Weiterbildungen schon über Jahre hinweg an und sind gleichzeitig auch als Beratungsunternehmung aktiv.

Neben den genannten Anbietern gibt es weitere Angebote, die eher an den aktuellen Entwicklungen/Trends/Moden andocken (Dwarfs and Giants: next:pedition, Hasso-Plattner-Institut: Design Thinking) oder inhaltlich nicht systemtheoretisch fokussiert (eher eklektizistisch) sind.

3.     Umfänge und Kosten und Teilnehmerzahl

Es zeigt sich weiter der Trend, dass Weiterbildungen für aktive Beratende eher modular und kürzer ausgerichtet sind. Gleichzeitig bieten die Beratungshäuser oft verschiedene parallele Angebote für die gleiche Zielgruppe an. Die Kosten bewegen sich um 500 € pro WB-Tag (350 € – 1.000 €). Zu den WB-Kosten kommen meist nicht unerhebliche Reise- und Unterbringungskosten hinzu.

Zur Teilnehmerzahl machen einige Beratungsunternehmen Angaben. Aus meinen bisherigen Erfahrungen halte ich eine Obergrenze von 18 TN für vertretbar.

4.     Staff und Zielgruppe

Die WB werben gern mit sichtbaren Personen, die über ausgewiesene Expertise und einem breiten Erfahrungsschatz verfügen. Hierbei unterscheiden sich die Programme in der Bandbreite der angebotenen Perspektiven. Unterschiede beobachtbar zu machen, stellt für mich ein zu beachtendes Qualitätskriterium dar.

Der Teilnehmerkreis stellt eine deutliche Ressource für jede WB dar, da durch den TN-Kreis die inhaltliche Vertiefung und die Praxisrelevanz definiert wird. Manche Anbieter ermöglichen Gespräche mit ehemaligen TN oder stellen deren Rückmeldungen zur Verfügung (verbunden mit den zu erwartenden Färbungen in der Einschätzung).

5.     Links zu den Weiterbildungen

6.     Nachwort

Die dargestellten Informationen beziehen sich auf Aussagen aus dem Internet und aus veröffentlichten print-Materialien. Die Auswahl der WB basiert auf Marktbeobachtungen über mehr als 10 Jahre und aus den langjährigen Erfahrungen als verantwortlicher WB-Anbieter. Bei Fragen, ergänzenden Informationen oder Korrekturhinweisen können sie gern über td@trinfactory.com Kontakt mit mir aufnehmen.

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