von Thomas Dallüge

Digitalisierung trifft strategische Ausrichtung

von Thomas Dallüge

Einführung

Zahlreiche Unternehmen sind aktuell mit der Frage konfrontiert, welche Konsequenzen die fortlaufende Digitalisierung für die Ausrichtung des Unternehmens hat. Dieser Artikel zielt darauf, einen Zugang zu der Frage zu ermöglichen sowie ein Vorgehen zur Bearbeitung dieser Frage anzubieten.

In der Diskussion der Relevanz der Digitalisierung für ein Unternehmen ist es sinnvoll den Grad der Digitalisierung auf den folgenden drei Dimensionen zu unterscheiden:

  • Produkte und Dienstleistungen
  • Wertschöpfungs- und Steuerungsprozesse
  • Schnittstellen zum Markt.

Die Bearbeitung der drei Dimensionen ermöglicht eine Einschätzung der aktuellen Positionierung des Unternehmens bezogen auf das Thema Digitalisierung. Gleichzeitig besteht damit die Chance in einer strategischen Diskussion Zielbilder und Entwicklungsvorhaben zu markieren.

Referenzrahmen

Grundlage für die Einschätzung der aktuellen Situation und für die Entwicklung einer strategischen Positionierung ist die Erarbeitung eines gemeinsamen Referenzrahmens bezogen auf den Grad der Digitalisierung. In allen drei Dimensionen gilt es auf einer Skala von 0-10 passende Beispiele (aus dem relevanten Markt, z.B. Wettbewerber, Kooperationspartner, Zulieferer, etc.) für die Eckpunkte und für einzelne Skalenwerte zu finden. Die folgenden Fragen stellen beispielhaft Leitfragen für die einzelnen Dimensionen dar.

  • Welche relevanten Produkte und Leistungen werden von Unternehmen gerade auf dem Markt angeboten bzw. befinden sich erkennbar in der Entwicklung und wie differenzieren sich diese im Grad der Digitalisierung?
  • Worin bestehen die relevanten Wertschöpfungs- und Steuerungsprozesse und welche Möglichkeiten der Realisierung gibt es bezüglich des Grades der Digitalisierung (Produktionssysteme, Logistiksysteme, Management-systeme, etc.)?
  • Wie greifen Unternehmen auf den Markt zu und welche Möglichkeiten gibt es den Zugang zum Markt zu gestalten, in Abhängigkeit vom Grad der Digitalisierung?

Aktuelle Position und Performance

Vor dem Hintergrund des Referenzrahmens kann das Unternehmen mit den eigenen Produkten und Dienstleistungen, Prozessen und Touchpoints seine Einordnung definieren.

Für die zukünftige Positionierung des Unternehmens ist es wichtig Performanceindikatoren der einzelnen Dimensionen hinzuzuziehen. Auf der Basis dieser Performanceindikatoren können Veränderungsbedarfe markiert und skaliert werden. Parallel dazu ist es wichtig, Hypothesen zu entwickeln, die einen Zusammenhang zwischen Grad der Digitalisierung und Performance bzw. Unternehmenserfolg beschreiben.

Strategische Ausrichtung

Der spezifische Referenzrahmen, die aktuelle Positionierung auf den drei Dimensionen, die skalierten Veränderungsbedarfe basierend auf den Performanceindikatoren und die Hypothesen zu den Wirkzusammenhängen bilden den inhaltlichen Grundstock für die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens. Dabei ist von besonderer Bedeutung die anvisierten Positionen konkret und beispielhaft zu operationalisieren.

Digitale Transformation

Je nach Ausmaß des Entwicklungsvorhabens hat dies Einfluss auf die gesamte Organisation. Umfangreiche und radikale Transformation sind eng verbunden mit der Gesamtstrategie des Unternehmens, mit notwendigen organisationalen Umbauten, mit Veränderungen im Persona Management und mit Interventionen in der kulturellen Ausrichtung. Das Gelingen oder Nicht-Gelingen hängt nachhaltig vom sinnstiftenden Zusammenspiel in den Unternehmensprämissen ab.

Vorgehensmodell

Werden die einzelnen Schritte zu einem Vorgehen gebündelt, ergibt sich folgender Prozess zur strategischen Ausrichtung bezogen auf das Thema Digitalisierung.

Nachbemerkung

Digitalisierung ist kein Allheilmittel. Unternehmen, die einen hohen Grad an Digitalisierung besitzen, erweitern ihr Spektrum auch auf Nicht-digitale Produkte oder auf Nicht-digitale Vertriebsstrukturen. Gleichzeitig bietet die Auseinandersetzung mit dem Grad an Digitalisierung des Unternehmens enorme Potenziale für die Zukunftssicherung eines Unternehmens.

Dieser Ansatz und dieses Vorgehen erlaubt es Organisationen jeglicher Ausrichtung und Größe sich mit dem Thema der Digitalisierung zu beschäftigen und markante Entscheidungen für die eigene Entwicklung zu treffen sowie umzusetzen.

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